Können wir
Griechenlands Wirtschaftswunder wiederholen?
Der Wiederaufbau des Landes begann 1950. Die Jahre 1950 bis 1980 waren eine glänzende Phase in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. In dieser Zeit fand das „Wirtschaftswunder“ Griechenlands statt. Es gab aber auch die Jahre 1980 bis 2010, die Zeit des Etatismus, die das Land in den Bankrott führte.
Das Wirtschaftswunder war das Ergebnis staatlicher Politik. Geschaffen wurde es aber von einer glänzenden Generation von Industriellen, Reedern und Unternehmern, die dem Land ihren unauslöschlichen Stempel aufgedrückt haben.
Nur der Geschichte wegen einige Namen: Lanaras, Katsambas, Malkotsis, Pitsos, Drakos, Tsatsos, Kanellopoulos, Petzetakis, Bodossakis, Andreadis, Onassis, Niarchos, Livanos, Pateras, Evgenidis und viele andere.
Für die Linke ist die Antwort bekannt: Das Wirtschaftswunder des Nachkriegsgriechenlands hätten die Arbeiter geschaffen. Wenn das aber stimmt, warum haben dann die Arbeiter im benachbarten Albanien und Bulgarien nicht dasselbe getan?
Wir antworten: Das Wirtschaftswunder wurde von Industriellen, Reedern und Unternehmern geschaffen, selbstverständlich unter Beteiligung der Beschäftigten. Das griechische Volk schuldet ihnen viel, weil sie das Land aus seiner dauerhaften Armut herausgeführt haben. Wir ehren und bewundern sie.
Die Linke, treu ihrem Ziel der Zermürbung und des Umsturzes des kapitalistischen Systems, begeht konsequent ein Dauerdelikt: Sie verleumdet Industrielle, Reeder und Unternehmer. Das heißt, sie verleumdet alle, die im Land schaffen und Wohlstand produzieren. Die Wörter „Industrieller“ und „Reeder“ bedeuten in der Sprache und Propaganda der Linken: Räuber, Unterdrücker, Ausbeuter, Skrupelloser, Unmenschlicher und Ähnliches, jemand, der dem Volk das Blut aussaugt.
In den 1970er-Jahren schlugen einige Sozialisten mit dem Eifer von Neophyten den sozialistischen Entwicklungsweg vor. Zugleich beschritten sie den Weg der Verleumdung der Reichen und der Eliten. Später wurden einige zu Händlern von Ideen und Hoffnungen und zu Populisten. Vielleicht war der Verleger Kouris mit der Zeitung „Avriani“ der charakteristischste Fall, dem „Vorbild des Journalismus“ nach Andreas Papandreou. Sie gingen als „Avrianisten“ in die Geschichte ein.
Anfang der 1980er-Jahre kam die PASOK an die Regierung. Danach folgte die Sozialisierung bankrotter, aber auch nicht bankrotter Unternehmen. So wurden alle zu Staatsbediensteten. Und so gelangten wir zu mehr als einer Million Beschäftigten im öffentlichen Dienst und zum Bankrott des Landes.
Zwei oder drei Beispiele reichen aus, um die Wahrheit dieser Aussage zu zeigen: Onassis schuf die Olympic der fünf Kontinente, und der Staat sozialisierte und ruinierte sie. Niarchos schuf die Werft von Skaramangas, die größte im östlichen Mittelmeer, und der Staat sozialisierte und ruinierte sie. Bodossakis schuf Pyrkal, und der Staat sozialisierte und ruinierte sie. Vielleicht ist es richtiger zu sagen: Der Staat sozialisierte, und die Gewerkschafter ruinierten die Unternehmen.
Gewiss gingen einige private Unternehmen von selbst bankrott. Doch auch in diesen Fällen tragen in erster Linie nicht ihre Eigentümer die Schuld - Ausnahmen gibt es -, sondern der Staat und die Gewerkschafter.
Nebenbei: Vor Kurzem kündigte die Regierung an, auf dem Gelände von Pyrkal am Hymettos ein Verwaltungszentrum zu errichten. Sie kündigte außerdem an, es Park „Andreas Lentakis“ zu nennen. Warum nicht Park „Bodossakis“?
Im Allgemeinen hat die Linke einen Komplex gegenüber privatem Unternehmertum. Sie hat einen Komplex gegenüber den Reichen und den Eliten. Dreißig Jahre nach dem Zusammenbruch des kommunistischen beziehungsweise sozialistischen Paradieses singt sie weiter dieselbe Melodie: Nein zur Privatwirtschaft, ja zum Etatismus. Wegen ideologischer Kurzsichtigkeit kann sie nicht verstehen, dass Private Wohlstand erzeugen und der Staat Schulden erzeugt. Das geschieht überall auf der Welt.
Zusammenfassend: Industrielle, Reeder und Unternehmer haben den Wohlstand Griechenlands geschaffen, während der Staat die Schulden des Landes geschaffen hat, die uns in den Bankrott führten.
Die Regierung hat ein neues produktives Entwicklungsmodell entworfen, das auf Offenheit, Technologie und Innovation beruht. Es braucht jedoch auch die Modernisierung des Staates. Reformen jetzt und überall, die der Parteiherrschaft ein Ende setzen und Transparenz sowie Meritokratie sichern. Wenn die Reformen schnell vorankommen, können wir Griechenlands Wirtschaftswunder wiederholen.
Pavlos Marantos
marantosp@gmail.com
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