Die Arbeitslosigkeit in Griechenland steigt inzwischen deutlich an, und leider kann niemand vorhersagen, wohin sie führen wird. Nach statistischen Angaben hat die Gesamtzahl der Männer, Frauen und jungen Menschen, die heute in ganz Griechenland Arbeit suchen, die kaum vorstellbare Zahl von 684.000 erreicht.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Arbeitslosenquoten bei Personen mit einem Master- oder Doktortitel höher liegen als bei Personen mit lediglich grundlegender Bildung, während zugleich erwartet wird, dass sie länger arbeitslos bleiben, bevor sie eine Stelle finden. Der durchschnittliche Zeitraum bis zur Arbeitsaufnahme wird auf dreieinhalb Jahre geschätzt.
Dieses Phänomen ist vor allem auf zwei Gründe zurückzuführen. Der erste ist die Unfähigkeit des griechischen Bildungssystems, sich an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anzupassen. Das Angebot an Hochschulabsolventen entspricht also nicht der Nachfrage des Marktes, was zu steigender Arbeitslosigkeit führt. Eine Grundfunktion des griechischen Bildungssystems besteht darin, Schülerinnen, Schüler und Studierende dazu zu bewegen, Berufe zu wählen, mit denen der öffentliche Sektor besetzt werden soll, etwa Lehrkräfte, Bankangestellte, Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung und ähnliche Tätigkeiten. Gleichzeitig schrumpft der öffentliche Sektor, versucht seine Beschäftigtenzahl zu verringern und stellt weniger Personen ein, als in den Ruhestand gehen.
Der zweite Grund ist die beharrliche Neigung vieler Griechen, ihr Studium nach dem sozialen Status zu wählen, den sie später erwerben können, und nicht nach den Beschäftigungsperspektiven. So entscheiden sich die meisten für ein Studium der Rechtswissenschaften oder der Medizin, weil solche Studiengänge als prestigeträchtig gelten. Dazu trägt auch bei, dass die Erwartungen an das künftige Einkommen hoch sind. Dies gilt selbst dann, wenn sie für das Studium mit sehr hohen Kosten ins Ausland gehen müssen.
Damit wird deutlich, dass das Problem der Arbeitslosigkeit in Griechenland in hohem Maße auf institutionelle Faktoren und auf die Mentalität der Griechen zurückzuführen ist. Seine Bekämpfung erfordert daher eine unmittelbare Veränderung politischer und gesellschaftlicher Strukturen, verbunden mit weiteren Faktoren, etwa dem Bemühen, Investitionen anzuziehen, die zur Erholung des griechischen Marktes beitragen können.
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