Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.
Ausgangspunkt ist die Nachricht, dass die Bevoelkerung Istanbuls 17 Millionen Menschen erreicht habe. Aehnliche Groessen gebe es in anderen Metropolen wie Moskau, Paris, London oder New York. Demgegenueber uebersteige die gesamte Bevoelkerung Griechenlands, einschliesslich zahlreicher eingewanderter Notleidender, nicht 11 Millionen Menschen.
Trotz dieser zahlenmaessigen Kleinheit und dem Rueckgang durch niedrige Geburtenzahlen verhielten sich die Griechen, so der Text, weiterhin, als seien sie stark, faehig, klug und fast allmaechtig. Das Land unterhalte eine Vielzahl von Ministerien, Ministern, diplomatischen Vertretungen, Beamten, Gerichten, Hochschulen, Parteien, Bewegungen und Institutionen, als verfuege es ueber die Ressourcen eines grossen und einflussreichen Staates.
Besonders hervorgehoben wird der ueberdimensionierte staatliche und professionelle Apparat: mehrere hoechste Gerichte, zahlreiche Krankenhaeuser, eine sehr hohe Zahl von Anwaelten, Aerzten, Ingenieuren, Universitaeten und politischen Amtstraegern. All dies werde mit enormen Mitteln unterhalten, die nicht aus nationalen Ertraegen, sondern aus Darlehen stammten.
Der Autor kritisiert, dass ein kleiner Staat seine Grenzen und selbst geschaffenen Probleme nicht erkenne. Statt Selbsterkenntnis dominierten Selbsttaeuschung, Arroganz und die Vorstellung, anderen stuende Griechenland etwas zu, waehrend Griechenland niemandem etwas schulde. Gewaehlt wuerden Vertreter, die dieselben Fehler im hoechsten Mass verkoerperten.
Ein kleiner Staat brauche nach dieser Sicht einen kleineren Staatsapparat, kleinere Ansprueche und vor allem Tugenden und Faehigkeiten, die seine zahlenmaessige Unbedeutendheit ueberwinden koennen. Andernfalls bleibe nur ein bescheidenes Dasein ohne wirkliche Teilnahme am historischen Werden der Menschheit.
Emmanouil Papadakis
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