Sie begannen barfuß im Dorf und gingen nach Athen oder in ein anderes städtisches Zentrum. Sie traten einer Partei bei, klebten Plakate und stiegen entweder in der parteilichen, politischen und gewerkschaftlichen Klasse oder im öffentlichen Sektor in höhere Positionen auf, die der parteilichen Nomenklatura vorbehalten waren. Mit Parteiausweis und Plakatkleber-Dienst war alles leicht.
Dieser Aufstieg musste jedoch sichtbar sein und den anderen, vor allem den Bekannten, bewiesen werden. Eine der untrüglichen Arten des Nachweises war und ist demonstrative Verschwendung. So wollten und erwarben die Barfüßigen aus Dorf oder Stadt Armani-Anzüge, Tod’s-Schuhe, Gucci-Hemden, Rolex-Uhren und so weiter. Und selbstverständlich flogen manche, ohne ein Ticket bei der einst mächtigen staatlichen Olympic zu bezahlen, morgens zum Einkaufen oder zum Kaffee nach London und kehrten am Nachmittag nach Athen zurück.
Alle diese Menschen begannen unbekannt und unbedeutend. Im Dienst der Partei wurden sie professionelle Streikende, Demonstrierende und Besetzer. So traten sie aus der Unsichtbarkeit heraus. Sie wurden erkennbar. Man kann sich schwer vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat, wie jemand sich fühlt, der aus dem Nichts kam und durch das Kleben von Plakaten zu „jemandem“ wurde. Viele von ihnen glaubten, sie seien „Päpste“ geworden. Das wurde schließlich durch ihre demonstrative Verschwendung und ihren Lebensstil belegt.
Die Generation der Verschwendung war und ist zugleich eine Generation der Bequemlichkeit. Sie verlangte, wenig zu arbeiten und üppig bezahlt zu werden. Sie strebte danach, möglichst wenig zu leisten und möglichst viel zu genießen. Sie wollte in Rente gehen, und zwar mit hoher Rente, ohne gearbeitet zu haben oder mit möglichst wenigen Arbeitsjahren. Das heißt: Rente ab vierzig oder fünfzig Jahren.
Man fragt sich, warum die jeweilige Regierung alle Wünsche dieser Generation erfüllte. Vielleicht, weil es sich um die berühmte Generation des Polytechnikums handelt, die als Verbündete, lies: als Förderer, die gesamte parteiliche, politische und gewerkschaftliche Klasse hatte. Schließlich waren sie alle Mitglieder dieser Klasse.
Die Generation der Verschwendung und der Bequemlichkeit hatte keinen moralischen Ballast. Schamlos lieh sie Milliarden, um gut zu leben, gleichgültig gegenüber der unerträglichen Last, die sie den nächsten Generationen hinterließ. Unverschämt beschuldigte sie das Unternehmertum und die Unternehmer, da sie im Staat oder in der Gemeinde bequem untergebracht war. So zerstörte sie schamlos und unverschämt die produktive Basis der Wirtschaft und führte das Land in den Bankrott.
Einige aus dieser Generation verstanden ihre Fehler und schwiegen, einige zogen sich zurück, einige baten um Entschuldigung. Es blieben jedoch genügend Überreste, die geistig erstarrt sind. Gewöhnlich bezeichnen sie sich selbst als progressiv, nicht weil sie es tatsächlich sind, sondern weil „progressiv“ irgendwann einmal etwas bedeutete. Wir sagen irgendwann, denn nach 1989 erwiesen sich die selbsternannten Progressiven als konservativ und rückschrittlich.
Die Überreste spielen dieselbe Melodie weiter, als sei nichts geschehen. Wenn ihre Partei an der Regierung ist, nehmen sie Einstellungen vor; wenn sie in der Opposition ist, fordern sie Einstellungen im bankrotten öffentlichen Sektor. Sie leben in ihrer eigenen Welt, unfähig, sich an die veränderliche Wirklichkeit anzupassen. Vielleicht ist genau das ihre Strafe. Das heißt, sie werden diese eitle Welt voller Hass auf die Gesellschaft und mit einer dauernden pseudo-revolutionären Unzufriedenheit verlassen. Und außerdem mit der Hybris und dem Bann der nächsten Generation.
Es wird darauf hingewiesen, dass zur Generation der Verschwendung und der Bequemlichkeit nahezu der gesamte private Sektor nicht gehört. Selbstverständlich gehören die Diebe und Betrüger des privaten Sektors dazu. Es ist bekannt, dass der Parteienstaat reiche Unternehmer und bankrotte Unternehmen hervorgebracht hat.
Und selbstverständlich gehört zu der Generation der Verschwendung und der Bequemlichkeit nicht der barfüßige Mensch aus dem Dorf, der es durch seine Arbeit, seine Studien und seine Fähigkeiten geschafft hat, in höchste Positionen des öffentlichen Sektors aufzusteigen oder im privaten Sektor zu glänzen, sei es als Freiberufler oder als Unternehmer. Zum Glück für das Land gibt es viele solche Menschen. Sie verdienen großes Lob und müssen für alle ein nachahmenswertes Beispiel sein.
Im Gegensatz dazu verdient die Generation der Verschwendung und der Bequemlichkeit Kritik und muss für alle ein abschreckendes Beispiel sein.
Pavlos Marantos
marantosp@gmail.com
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