Die Linke erhält
den Mythos des Polytechnikums
Wahrscheinlich sind wir der einzige Staat der Erde, der zwei Nationalfeiertage hat und möglicherweise auch einen dritten, vierten und so weiter erhalten wird.
Als dritter Feiertag wird der Feiertag des Polytechnikums vorbereitet. Deshalb bereiten wir auch die Kinder von klein auf darauf vor. So haben wir in diesem Jahr gesehen oder gehört, dass die Fahne des Polytechnikums auch von kleinen Schülern getragen wird.
Gleichzeitig mit dem Feiertag gibt es jedes Jahr auch das „Fest mit Molotowcocktails“ der Pseudo-Anarchisten und Randalierer. Und das Volk zahlt buchstäblich die Scherben. Fünfzig Jahre lang werden das Polytechnikum und alle Universitäten von ihnen missbraucht, mit dem Segen und der Unterstützung der Linken.
Was soll man sagen, nachdem nach ungefähr fünfzig Jahren der „Mythos des Polytechnikums“ verfestigt ist? Wer wagt es, diesen Mythos anzuzweifeln? Sofort werden ihn alle Arten von Selbstbezeichneten als fortschrittlich, aber mit totalitärer Mentalität, mit den passenden Bezeichnungen versehen: von reaktionär bis rechts und von Faschist bis verrückt.
Die Linke erhält den Mythos des Polytechnikums, weil sie ohne Mythen nicht leben kann und weil sie unfähig ist, Politik zu produzieren. Selbstverständlich ist der Aufstand des Polytechnikums etwas anderes als der Mythos des Polytechnikums.
Die Rechte folgt, weil sie nicht weiß, was sie tun soll. Wenn sie dem von der Linken auferlegten Feiertag nicht folgt, wird sie als juntafreundlich, faschistisch und so weiter bezeichnet. Deshalb folgt sie und wird mitgezogen. All dies geschieht, weil die Linke etwas erreicht hat, das weltweit einzigartig ist: Sie hat der Rechten auferlegt, ihren Namen nicht auszusprechen. Nicht zu bekennen, dass sie rechts ist. Sich zu schämen, rechts zu sein.
Warum geschieht das? Weil die Rechte über so viele Jahre keine Ideologie entwickeln konnte, um ihre Grundsätze und Werte zu stützen, also liberale Demokratie und liberale Wirtschaft. Und das geschieht, obwohl auf globaler Ebene die liberale Ideologie dominiert.
Daher muss die Rechte dafür sorgen, dass ihre Mitglieder und die Gesellschaft die Ideologie der liberalen Demokratie und der liberalen Wirtschaft verinnerlichen. Und sie soll stolz auf diese Ideologie sein, weil sie weltweit vorherrscht.
Es ist bekannt, dass die linke Ideologie weltweit zusammengebrochen ist. Alle kommunistischen Parteien sind verschwunden. In den ehemaligen kommunistischen Ländern stehen sie sogar fast unter Verfolgung, weil die Menschen unter den kommunistischen Parteien alles Mögliche erlitten hatten.
Und doch hat die Linke mit ihrer bankrotten Ideologie in Griechenland das Unmögliche erreicht. Sie hat es geschafft, die Rechte so in die Enge zu treiben, dass sie sich verlegen oder minderwertig fühlt.
Das heißt: Obwohl die Rechte an der Seite der ideologischen Sieger des Zweiten Weltkriegs steht, an eine Ideologie glaubt, die weltweit dominiert, und erwiesen ist, dass sie die Ideologie des Konsenses und des Fortschritts ist, fühlt sie sich dennoch offenbar nicht wohl, statt stolz zu sein und sich stolz zu fühlen.
Daher gibt es nur einen Weg: Die Rechte muss an ihre Werte und an sich selbst glauben. Und die Rechten sollen stolz darauf sein und sich stolz fühlen, rechts zu sein, weil ihre Ideen sich an der weltweiten Spitze befinden. Und je stärker mitte-rechts, desto besser.
Außerdem muss sich die Rechte ein Beispiel an der Linken nehmen. Die Linke folgt zwar einer bankrotten Ideologie, fühlt sich aber weiterhin stolz auf sie und kämpft theoretisch und praktisch dafür, sie durchzusetzen.
Das Vorstehende bedeutet nicht, dass die Rechte Wahrheit und Demokratie besitzt. Natürlich nicht. Wahrheit und Demokratie gehören niemandem. Sie sind Werte, denen sich einige mehr und andere weniger annähern.
In der Demokratie werden alle Ideologien geduldet, sogar diejenigen, die die Demokratie bekämpfen. Wenn sie jedoch gefährdet ist, muss sie geschützt werden. Jeder freie und verantwortliche Bürger hat nach der Verfassung das Recht und die Pflicht, die Demokratie zu schützen.
Ist es vielleicht an der Zeit, dass die Linke die Mythen aufgibt, sich der Wirklichkeit anpasst und Politik produziert?
Pavlos Marantos
marantosp@gmail.com
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