Nicht auf die Polizei schießen

Vor zwei Wochen entdeckte die Motorrad-Einheit DIAS der griechischen Polizei ein verdächtiges Auto, in dem drei Personen saßen, und hielt es zur Kontrolle an.

Als der Fahrer des Autos die Polizeibeamten sah, beschleunigte er und floh. Die Beamten fanden das Auto in Aigaleo wieder; die Verfolgung begann und führte bis nach Perama. Dort kam, wie in den Fernsehnachrichten zu sehen war, von der Gegenseite ein Bus und versperrte ihm den Weg. Beim Versuch zu entkommen setzte der Fahrer zurück und stieß mit zwei Polizeimotorrädern zusammen beziehungsweise riss sie mit, wobei Polizeibeamte verletzt wurden.

Daraufhin machten die Beamten von ihren Waffen Gebrauch, um das Fahrzeug anzuhalten. Das Ergebnis war die tödliche Verletzung des Fahrers und die Verletzung einer weiteren Person. Die dritte Person im Fahrzeug entkam.

Wie sich herausstellte, war das Auto gestohlen, und einer der drei - offenbar der Getötete - war als Dieb polizeibekannt.

Am nächsten Tag blockierten Roma in verschiedenen Teilen des Landes Straßen, verbrannten Reifen und Ähnliches. Wo Polizeibeamte eintrafen, um den Verkehr wiederherzustellen, warfen Roma Steine auf die Beamten.

Am selben Abend hielten die bekannten Gruppen aus Exarchia eine Versammlung ab. Diese Versammlung fand selbstverständlich nicht statt, um den Diebstahl des Autos zu verurteilen, sondern um die Polizei zu verurteilen.

Auch einige sehr redselige Syriza-Anhänger begannen, die Polizei wegen übermäßiger Gewaltanwendung und Ähnlichem zu verleumden. Eine alte Gewohnheit.

Wer will keine bessere Polizei? Diejenigen, die sie bekämpfen und beschimpfen. Wer sind diese Personen?

Der Minister für Bürgerschutz verlangte, um die Roma zu beruhigen, eine "disziplinarische Untersuchung des Falles innerhalb von fünf Tagen". Wenn Polizeibeamte jedoch mit solcher Eile beschuldigt werden, warum sollten sie den nächsten Straftäter verfolgen?

Zu berücksichtigen ist, dass die sieben Polizeibeamten, die an der Verfolgung beteiligt waren, nach ihren Aussagen vor dem Untersuchungsrichter und mit Zustimmung des Staatsanwalts freigelassen wurden.

Roma blockierten in verschiedenen Teilen des Landes weiterhin Straßen, entzündeten Feuer und Ähnliches. Es ging dabei auch um Nationalstraßen wie Korinth-Patras und Korinth-Kalamata. Jede Sperrung einer Nationalstraße bedeutet selbstverständlich eine enorme Belastung für die Fahrer.

Die Roma protestierten, weil die Polizeibeamten nach der tödlichen Verletzung des Roma nicht in Untersuchungshaft genommen wurden. Mit den Ausschreitungen, die sie verursachen, zeigen sie jedoch, dass sie ohne Grenzen handeln. Und es ist nicht das erste Mal. Wenn sie glauben, sie seien ein "Staat im Staate", irren sie sich. Dafür trägt allerdings auch der Staat Verantwortung.

Natürlich ist jeder Tod eines Menschen, aus welchem Grund auch immer, der Verlust eines menschlichen Lebens. Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen Polizeieinsatz, der zu einer tödlichen Verletzung führte, glücklicherweise nur zu einer. Denn es bestand die Möglichkeit, dass alle drei Roma und auch Polizeibeamte getötet würden.

Hätte der Vorfall vermieden werden können? Ja, wenn die Täter die Polizeikontrolle akzeptiert hätten. Von dem Moment an, in dem sie flohen und die Verfolgung begann, bestand ein erhöhtes Risiko für einen Unfall oder ein tödliches Ereignis.

Hätten die Polizeibeamten die tödliche Verletzung vermeiden können? Das hängt davon ab, ob sie wussten, ob die Flüchtenden Waffen hatten oder nicht. Erfahrung und gesunder Menschenverstand sagen jedenfalls, dass Menschen, die Autos stehlen und eine Polizeikontrolle verweigern, keine "braven Kinder" sind. Sie können vielmehr von Kleindieben ohne Waffen bis zu Terroristen mit Kalaschnikows reichen.

Der Staat hat im Lauf der Zeit verschiedene Maßnahmen zugunsten der Roma ergriffen, doch die Lage bleibt problematisch. Zu berücksichtigen ist, dass der verstorbene Metropolit von Florina, Augustinos Kantiotis, es geschafft hatte, die Roma in die Gesellschaft von Florina einzubinden. Dasselbe tat - mit Gewalt - auch Ceaușescu in Rumänien.

Roma reagieren auf jede Festnahme und Verurteilung eines Roma. Sie müssen jedoch verstehen, dass das Gesetz für alle gilt. Zugleich muss auch der Staat unermüdliche Anstrengungen zur Integration der Roma in die Gesellschaft unternehmen. Schon die Verknüpfung von Leistungen mit dem verpflichtenden Schulbesuch der Kinder kann die Lage verändern. Das nützt den Roma und dem Staat.

Pavlos Marantos

marantosp@gmail.com