Griechenland sollte weitere

christliche Flüchtlinge und Migranten aufnehmen

Unsere Nachbarschaft, also der Nahe Osten und die russisch-ukrainische Grenzregion, ist ein brodelnder Kessel. Die Großmächte, Amerika, Russland und die Europäische Union, tragen Verantwortung, teils weil sie Bürgerkriege und Religionskriege verursacht, teils weil sie sie nicht verhindert haben.

Im Nahen Osten zwang der Islamische Staat Millionen Menschen aus verschiedenen Ländern, vor allem aus Syrien, ihre Länder zu verlassen.

Der Islamische Staat und muslimische Fundamentalisten verfolgen Christen. Viele Christen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, sei es als Flüchtlinge oder als Migranten. Zwar wurde der Islamische Staat besiegt, doch die Christen, die bleiben, werden weiterhin hart geprüft.

In einigen Staaten, dort wo die Gemäßigten überwiegen, leben Muslime und Christen problemlos zusammen. In anderen Staaten, in denen Fanatiker dominieren, leiden die übrigen religiösen Minderheiten.

Demgegenüber beanspruchen Muslime, die in Europa und Amerika leben, nicht nur ihre religiösen Freiheiten, sondern auch ihr Recht auf einen eigenen „Staat“ innerhalb des Staates, in dem sie leben. Mit anderen Worten: Fanatische Muslime dulden religiöse Freiheiten für andere nicht, verlangen aber ihre eigene religiöse Freiheit, wenn sie in nichtmuslimischen Ländern leben.

Außerdem verweigern Muslime ihre Integration in den neuen Staat, in dem sie sich als Flüchtlinge oder Wirtschaftsmigranten niederlassen. Das gleiche Recht erkennen sie Andersgläubigen, die in muslimischen Ländern leben, jedoch nicht zu.

Es zeigt sich, dass Religion der wichtigste Faktor ist, der die Integration in eine andere Gesellschaft erschwert, wenn dort eine andere Religion vorherrscht. Dies gilt freilich vor allem für Fanatiker.

Die Europäische Union scheint die Entwicklungen im Nahen Osten nicht verstanden zu haben. Sie scheint die Entwicklungen mit ihren eigenen europäischen, rationalen Maßstäben zu messen.

Griechenland liegt geografisch, historisch und kulturell an der Grenze zwischen Ost und West und kann die Lage in der Türkei, im Nahen Osten und nun in der Ukraine besser verstehen als andere Europäer.

Außerdem ist Griechenland die Wiege des orthodoxen Christentums. Deshalb kann es die Bevölkerungen der Region auf vielfältige Weise unterstützen. Es kann sie aber auch als Flüchtlinge oder als Migranten aufnehmen. Wenn Griechenland christliche Bevölkerungen aufnimmt, wird es kein Problem haben, weil sie sich leicht in das Land integrieren können, sofern sie Griechenland als dauerhaften Wohnort wünschen.

Die Verantwortung der Großmächte, Amerikas, Russlands und der Europäischen Union, wurde erwähnt. Hinzugefügt werden muss jedoch auch die Türkei. Seit einigen Jahrzehnten verfolgt die Türkei eine revisionistische und expansionistische Politik, nicht nur zulasten Griechenlands, sondern auch zulasten anderer Länder. Diese Politik und ihr Bündnis mit dem Islamischen Staat haben Tausende Flüchtlinge hervorgebracht.

Die Türkei träumt von der Wiedererrichtung des Osmanischen Reiches. Vielleicht deshalb, weil sie bis in die jüngere Vergangenheit das bevorzugte Kind der USA und Europas, vor allem Deutschlands, war. Die USA und Europa haben Schwierigkeiten, die Spiele der Türkei, ihre Arroganz und ihre Gier zu begreifen, die inzwischen Hybris darstellen. Unausweichlich wird Nemesis erwartet.

Griechenland muss es zu seiner ersten Priorität machen, die USA und Europa von den Gefahren des türkischen Expansionismus zu überzeugen.

Es darf nicht vergessen werden, dass der Nahe Osten die Wiege des Christentums ist. Im Lauf der Zeit wurden jedoch nach dem Sieg Mohammeds große Bevölkerungsgruppen gezwungen, ihren Glauben zu wechseln. Wer seinen Glauben bewahrte, wurde geprüft und wird weiter geprüft. Heute werden die syrischen Christen geprüft.

In einer Zeit, in der religiöse Freiheit ein universeller Wert und ein Menschenrecht ist, ist der Schutz der Christen notwendig. Schutz benötigen selbstverständlich nicht nur die Christen der Region, sondern auch die christlichen Denkmäler und Kirchen. Nebenbei brauchen auch die Patriarchate von Antiochien, Jerusalem und Alexandria Unterstützung aus Griechenland.

Griechenland sollte durch eine weitblickende Außenpolitik und eine Politik christlicher Solidarität Syrer, Ukrainer und andere christliche Flüchtlinge und Migranten aufnehmen. Sollte Messinien nicht an der Spitze stehen? Sollte die Gemeinde Pylos-Nestor nicht an der Spitze Messiniens stehen?

Pavlos Marantos

marantosp@gmail.com