Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.

Entgegen jeder Erwartung gehe die Lage vom Schlechten zum Schlimmeren. Der Autor hoerte in einer Radiosendung Ausschnitte aus Debatten und Erklaerungen von Politikern und fragte sich, ob sie miteinander wetteiferten, wer die groesste Luege oder den groessten Unsinn sagen koenne. Ihnen sei es angeblich zu verdanken, dass Griechenland gerettet worden sei. Der Text greift diese Aussage sarkastisch auf: Was genau heisse es, dass durch euch Griechenland gerettet wurde?

Die Attacke sei nicht persoenlich, denn eine solche Katastrophe allein herbeizufuehren erfordere Faehigkeiten und Visionen, die diese Politiker nicht besaessen; vielmehr richte sich die Kritik an die politische Klasse insgesamt. Der Autor fuehlt sich verpflichtet, der politischen Fuehrung zu danken, aber der Dank ist bitter ironisch.

Er dankt im Namen der kranken Griechen, denen lebenswichtige Arzneimittel aus den Kassenlisten gestrichen und durch Preissteigerungen unerreichbar gemacht wurden. Er dankt im Namen arbeitsloser griechischer Hochschulabsolventen, die die besten Jahre mit Studium verbracht haben und nun fuer sehr niedrige Loehne jede Arbeit annehmen muessen. Er dankt im Namen ehrlicher Steuerzahler, die nach Jahrzehnten Arbeit ein kleines Haus fuer ihre Kinder erworben haben und nun Abgaben zahlen muessen, um Loecher zu stopfen, die andere geoeffnet haben.

Ebenso dankt er im Namen kleiner und mittlerer Unternehmer, die von morgens bis abends arbeiten, um Versicherungsbeitraege, Strom und Steuern zu zahlen, und trotzdem von ihren Eltern unterstuetzt werden. Er dankt im Namen der Rentner, die jahrzehntelang Steuern und Beitraege zahlten und nun in Krankenhaeusern auf Apparate, Aerzte, Pflegepersonal und Material verzichten muessen. Er dankt im Namen junger Menschen, deren Traeume taeglich zerstoert werden, und im Namen jener Kinder, die nie geboren werden, weil nicht einmal mehr genug Geld zum Leben vorhanden ist.

So endet der Text mit der bitteren Bitte: Moege Gott die politische Fuehrung bewahren; doch wenn Griechenland wieder Hilfe braucht, dann bitte, rettet uns nicht noch einmal.