Die Gewerkschafter

gegen die Beschäftigten

In Griechenland begann die Automobilindustrie 1961 in Thessaloniki mit den Brüdern Kontogouris. Kurz darauf gründeten sie das Unternehmen NAMCO und die Produktion des bekannten Autos PONY.

Mit dem Aufstieg der PASOK an die Macht im Jahr 1981 begann die Diskussion über die Verstaatlichung und Sozialisierung von Unternehmen, darunter auch NAMCO. Sofort wurden die Lieferanten des Unternehmens unruhig. Anschließend riefen die Gewerkschafter einen monatelangen Streik aus und blockierten das Werk. Das Unternehmen schloss. Danach verlangten die Gewerkschafter, das Unternehmen solle wieder öffnen.

Der Eigentümer und Präsident des Unternehmens, Gerasimos Kontogouris, schreibt in seinem Buch mit dem Titel „De facto sind wir bankrottgegangen. Unsere Wirtschaft nach 1950“, S. 133-137, in Auszügen:

Genosse Vorsitzender Tsafaridis des NAMCO-Betriebsvereins,

Sie sind nach Athen hinuntergefahren, um sich auf dem Syntagma-Platz gegenüber dem Ministerium für Nationalwirtschaft niederzulegen und die PASOK-Regierung zu erpressen, die Werke wieder in Betrieb zu nehmen, die Sie mit Ihrem Atavismus geschlossen haben.

Ich kann nicht bestätigen, ob irgendein multinationaler Minotaurus dich und die Führung eures Vereins geschmiert hat, damit ihr NAMCO durch langjährige Streiks und Besetzungen des Werks vernichtet, das der Bienenstock der Arbeit und des Fortkommens deiner arbeitenden Kollegen war.

Was aber absolut sicher und „glasklar“ ist: Du und der Verein habt eine rein griechische Automobilindustrie zerstört und den Interessen des ausländischen Kapitals gedient, das wir, die Brüder Kontogouris, ins Visier genommen hatten. Wir hätten den Brückenkopf verdrängt, den es in unserem Land geschaffen hat, um seine Autos abzusetzen und den Schweiß unseres Volkes auszusaugen, während es unsere Devisenbilanz in den Abgrund stürzt.

Ja, euer Streik war und wurde eindeutig aus politischen Motiven geführt, als Machtdemonstration der KKE gegen die PASOK, und leider auf dem Rücken der NAMCO, was unsere Zerstörung herbeiführte. Verantwortlich, ja absolut verantwortlich, seid nur ihr, und besonders du, Genosse Vorsitzender Tsafaridis.

Ja also, die Motive des Streiks waren rein politisch. Nur bereut ihr jetzt den Schaden, den ihr dem Unternehmen und euch selbst zugefügt habt, und versucht zu korrigieren, was ihr NAMCO angetan habt.

Ihr habt das Werk geschlossen und nicht besetzt; vielmehr habt ihr das Werkstor mit Gewalt blockiert und niemandem erlaubt, zur Arbeit hineinzugehen. Ihr habt eure Kollegen eingeschüchtert, die hineingehen und arbeiten wollten. Ihr habt uns nicht erlaubt, die Autos, die wir herstellen, zu bauen und zu montieren. Die Folge war, dass wir keine neuen Aufträge mehr an das Werk in Frankreich erteilten, und der Schaden zeigte sich später.

Als ihr das Werkstor besetzt hieltet und uns nicht erlaubtet, die fertigen PONY vom Werksgelände herauszubringen, um das Vertriebsnetz im Inland und im Ausland zu beliefern, erließ die Justiz eine Entscheidung, die uns erlaubte, die fertigen Autos vom Hof zu holen. Wir kamen also mit der gerichtlichen Entscheidung, der auch ihr zugestimmt hattet, und mit der Polizei, um die PONY herauszubringen. Damals habt ihr euch, vergesst es nicht, vor dem Werk auf die Straße gelegt und die Übernahme der Autos verhindert. Auf unsere Forderung, die Polizei solle bei der Übernahme helfen, antwortete mir der damalige stellvertretende Kommandeur der Gendarmerie: „Was sollen wir tun, Herr Kontogouris, sie töten?“

Wir waren die angesehensten Unternehmer in Nordgriechenland, und ihr habt uns so tief hinabgestürzt, dass wir uns wegen Vollstreckungsbescheiden der Kassen, die gegen uns erlassen wurden, verstecken mussten, weil wir unsere Verpflichtungen nicht mehr bedienen konnten. Seit dem Streik hatten wir den finanziellen Fluss in unseren Kassen verloren. Für diesen Niedergang seid ihr verantwortlich. Und heute kommt ihr, nachdem ihr mit all euren Bestrebungen gescheitert seid, und fordert die Wiederinbetriebnahme von NAMCO, jener NAMCO, die ihr durch den ehrlosen Angriff geschlossen habt, den ihr ihr hinterrücks zugefügt habt.

Unser Kommentar: Das sind die gottgefälligen Werke einerseits der parteipolitischen Gewerkschafter und andererseits des unfähigen Parteistaates.

Wir verstehen die Bitterkeit, den Schmerz und die Wut des Eigentümers von NAMCO. Wir bedauern es und fühlen mit. Zugleich rufen wir laut: Nie wieder gewerkschaftlicher Faschismus an Arbeitsplätzen.

Einen guten Ersten Mai.

Frohe Ostern - gute Auferstehung.

Pavlos Marantos

marantosp@gmail.com