Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.
Kinder fragen, warum schlechte Dinge in einer von Gott geschaffenen Welt geschehen, ob sie am Tod der Mutter schuld sind oder ob die Eltern zusammengeblieben waeren, wenn sie bessere Schueler gewesen waeren. Der Text betont, dass die Art der Antwort ueber seelische Verarbeitung und Annahme eines schmerzhaften Ereignisses mitentscheidet.
Es sei ein schwerer Fehler, mit Kindern nicht ueber die dunkle Seite des Lebens zu sprechen: ueber Tod, Scheidung, Krankheit, Verlust, Arbeitsplatzverlust eines Elternteils, erzwungenen Umzug oder den Tod eines Haustieres. Kinder duerften nicht unter eine glaeserne Kuppel gestellt werden. Schweigen verdeckt Gefuehle nur voruebergehend und kann langfristig verletzen.
Erwachsene koennen und sollen Kinder nicht vor jeder schmerzhaften Erfahrung schuetzen. Sie koennen aber anwesend sein, zuhoeren, Schmerz und Ausbruch aushalten und helfen, soweit es moeglich ist. Verlust gehoert zum Leben; Kinder muessen wissen, was geschieht, und ihre Sorgeberechtigten haben die Pflicht, es ihnen altersangemessen zu erklaeren.
Der Text beschreibt typische Phasen der Trauer: Verleugnung und Rueckzug, Schuldgefuehle, Wut, Depression und schliesslich Annahme. Besonders in der Wutphase muessen Eltern darauf vorbereitet sein, dass Kinder ungerechte oder harte Saetze sagen. Sie sollen darauf nicht feindselig reagieren, sondern die Gefuehle als Teil des Trauerwegs verstehen.
Kritisiert werden falsche Trostformeln, etwa dass Gott jemanden "so sehr geliebt" habe, dass er ihn nahm, oder dass ein Verstorbener nun ein Stern sei. Ebenso problematisch sei es, eine Scheidung bis zur Volljaehrigkeit des Kindes zu verbergen oder Entscheidungen mit "die Erwachsenen haben beschlossen" abzutun. Kinder spueren, wenn ihnen etwas verschwiegen wird.
Eltern sollen Wahrheit, eigenen Schmerz und Liebe teilen, ohne dem Kind vorzuschreiben, was es fuehlen soll. Bei schwerer Krankheit oder absehbarem Tod soll das Kind vorbereitet werden. Familien, die Verlust mutig ansehen und die Phasen der Trauer zulassen, koennen sich leichter an eine neue Wirklichkeit anpassen.
Dimitra Theofili, Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin
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