Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.
Wenn man sich das Parlament in Griechenland als Aktiengesellschaft mit den Parteien als Aktionaeren vorstellt, lassen sich nach Ansicht des Autors viele scheinbar unglaubliche Vorgaenge erklaeren. Wie in Unternehmen, die an dauernden Konflikten ihrer Teilhaber zerbrechen, fuehre auch die politische Ordnung zu Streit, Blockade und gegenseitiger Vernichtung statt zu gemeinsamer Verantwortung.
Der Text beschreibt eine politische Szene, in der Premierminister, Vizepremier, Oppositionsfuehrer, Parteivertreter und Funktionaere unablaessig gegeneinander auftreten. Beleidigungen wuerden als Kritik ausgegeben, politische Auseinandersetzung werde zur persoenlichen Herabsetzung. Parteien und Staat gerieten dadurch in dieselbe Dynamik wie zerstrittene Gesellschaften: Produktionsstillstand, Einmischung Dritter, gegenseitige Schuldzuweisungen und am Ende Konkurs, Zerstoerung und Niedergang.
In diesem Rahmen deutet der Autor die damalige politische Lage als Schizophrenie des oeffentlichen Lebens. Ein Premierminister erhalte ein Vertrauensvotum, um danach den Weg fuer seinen Abgang zu eroeffnen; Abgeordnete widerspraechen ihrem Parteivorsitzenden und stimmten ihm zugleich zu; Parteifuehrer unterschieden kuenstlich zwischen Zustimmung und Einvernehmen, waehrend alle Seiten nach Wahlen riefen, deren Kosten wiederum durch auslaendische Kredite zu tragen waeren.
Dem setzt der Text Art. 1 Abs. 1 der griechischen Verfassung entgegen, wonach Grundlage der Staatsordnung die Volkssouveraenitaet ist. Volkssouveraenitaet sei nicht die Herrschaft von Parteifuehrern oder parteipolitischen Aktiengesellschaften. Ohne Verstaendigung der Buerger ueber kluge und unmittelbare Loesungen fuer Wirtschaft und Gesellschaft bleibe sie leer. Der Text fordert die Parteifuehrer, die um Posten und Macht streiten, dazu auf, den Raum der oeffentlichen Verantwortung freizugeben.
E. Papadakis
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