Archivvermerk: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird mit Sorgfalt für eine historische und informative Lektüre bewahrt.

Schulmobbing ist ein Phänomen jugendlicher Delinquenz, das in vielen Ländern der Welt auftritt. Schulmobbing bezeichnet die Anwendung von Gewalt unter Schülern oder gleichaltrigen Kindern mit dem Ziel, Schmerz oder Unruhe zu verursachen. Es erscheint als verbales Mobbing, etwa Spott, Diskriminierung oder sexuelle Bemerkungen, als soziales Mobbing, etwa Verbreitung von Gerüchten, Zerstörung persönlicher Gegenstände oder Ausschluss aus der Gruppe, als körperliches Mobbing, etwa Schläge, Stöße, Tritte oder sexuelle Belästigung, und als elektronisches Mobbing, etwa Erpressung über Internet, E-Mail oder Mobiltelefonnachrichten.

Das Phänomen des Schulmobbings wurde erstmals 1978 in Norwegen untersucht. Neun Jahre später, 1987, erschien in zahlreichen wissenschaftlichen Zeitschriften der entsprechende Begriff „bullying“. Auch wenn das Phänomen in den 1970er Jahren benannt und dokumentiert wurde, darf nicht angenommen werden, dass es erst damals entstanden sei. Es ist vielmehr eine weitere Erscheinungsform gewaltsamen Verhaltens, das mit der Geburt des Menschen besteht.

Nach den Ergebnissen einer Studie der Gesellschaft für Psychosoziale Gesundheit des Kindes und des Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki haben 25 % der Schüler irgendeine Form von Mobbing im schulischen Umfeld erlitten, mit einer Häufigkeit von zwei- bis dreimal im Monat oder noch öfter. Jungen sind häufiger Täter und Opfer von Mobbingverhalten, das vor allem in schulischen Bereichen ohne Aufsicht durch Lehrkräfte auftritt, etwa auf dem Hof, im Flur und im Klassenraum während der Pause.

Diese Lage kann die psychisch-emotionale Entwicklung des Kindes und den Lernprozess beeinträchtigen. Kinder, die Opfer von Schulmobbing werden, fühlen zunächst Angst und Verzweiflung und zeigen Fluchttendenzen. Sie empfinden sich als bedroht, erschrecken, verweigern den Schulbesuch und zeigen Symptome einer Schulphobie. Sie können zudem aggressiv und nervös werden. Nicht selten werden Opferkinder selbst zu Tätern gegenüber anderen Kindern oder gegenüber ihren Geschwistern zu Hause.

Eltern erkennen das Problem gewöhnlich nicht und erklären, nichts davon gewusst zu haben. Das geschieht, weil Opfer den Vorfall häufiger Freunden anvertrauen. Wenn Eltern jedoch eines der genannten Symptome feststellen und vermuten, dass ihr Kind Opfer von Mobbing geworden ist, ist es notwendig, sich dem Kind zuzuwenden und zunächst die Lehrkräfte und die zuständigen Bildungsdirektionen einzuschalten. Besonders wichtig ist, dass das Kind spürt, seine Eltern und die Schule stünden ihm bei. Fachleute betonen außerdem, dass Kinder keine Angst haben, den Mut zu ihrer Meinung besitzen und lernen sollen, zu sprechen.

Bei Fällen von Schulmobbing ist die Rolle der Schule, der Lehrkräfte, aber auch der Familie von grundlegender Bedeutung.

Sehr häufig gibt die Schule dem Opferkind die Schuld. Sie weigert sich anzuerkennen, dass der Schulmechanismus in Sensibilisierung und Organisation zurückbleibt, um solchen Phänomenen zu begegnen. Sie beschreibt das Kind als überempfindlich und deutet an, die Eltern seien neurotisch. Für die Schule ist es viel leichter, das Problem zu ignorieren, als sich damit zu befassen, vor allem wenn keine ausreichende Abdeckung durch Fachpersonal besteht. So können sich auch die Eltern als Opfer des Systems fühlen.

In solchen Fällen ist der Besuch bei einem Psychologen oder Kinderpsychologen selbstverständlich der einzige Ausweg. Kinderpsychologen weisen darauf hin, dass solche Situationen, besonders wenn das Kind die Zusammenarbeit verweigert, einen ruhigen Umgang erfordern. Sie empfehlen, mit dem Kind ruhig zu sprechen und ihm zu versichern, dass es keine Schuld trägt.

Viele Eltern, die solchen Problemen begegnen, fragen sich, ob manche Kinder verletzlicher sind als andere. Darauf antworten Fachleute, dass „alle Kinder Ziel böswilliger Verhaltensweisen ihrer Mitschüler werden können; es gibt jedoch Faktoren, die ein Kind verwundbarer machen können. Zum Beispiel sind schüchterne und zaghafte Kinder, Kinder ohne Freunde oder Kinder mit anderer sexueller Orientierung einem höheren Risiko ausgesetzt“.

Wenn Sie Opfer oder Zeuge von Schulmobbing sind, können Sie sich an „To Hamogelo tou Paidiou“ wenden. To Hamogelo tou Paidiou hat zahlreiche Maßnahmen zur Prävention und Behandlung von Situationen des Schulmobbings entwickelt.

Die Abteilung für Information von Kindern, Eltern und Lehrkräften hält Vorträge über Schulmobbing für Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Schulen in ganz Griechenland.

Weitere Informationen: http://www.hamogelo.gr/7-1/770/Enhmerosh-poidion--goneon-koi-ekpoideytikon

Über die nationale Telefonhotline für Kinder SOS 1056 wird telefonische Unterstützung beim Umgang mit solchen Phänomenen geleistet.

Weitere Informationen: http://www.hamogelo.gr/7-1/754/Ethnikh-thlefonikh-grammh-gia-ta-poidia-SOS-1056

Über die Abteilungen für soziale und psychologische Unterstützung wird beratende Unterstützung für Eltern, Kinder und Lehrkräfte angeboten.

Weitere Informationen: http://www.hamogelo.gr/7-1/767/Koinonikh-koi-psyxologikh-sthrixh-poidion

To Hamogelo tou Paidiou ist koordinierende Stelle für die Schaffung einer paneuropäischen Kampagne zur Sensibilisierung und Information über das Phänomen des Schulmobbings.

Weitere Informationen: http://www.hamogelo.gr/147.1/Erga-se-exelixh

Alternativ können Sie sich an http://www.e-abc.eu/ wenden, die Europe’s Antibullying Campaign. Es handelt sich um eine europäische Kampagne gegen Schulmobbing, die in Zusammenarbeit mit To Hamogelo tou Paidiou tätig ist und seit 2000 mit dem Ziel unmittelbarer Hilfe und Unterstützung von Opferkindern arbeitet.