Ein Weg von Kämpfen und schöpferischer Kraft
Aus Anlass des Gedenkens an zweihundert Jahre Unabhängigkeit und zur Ehrung der Kämpfe unserer Vorfahren werden sechs Artikel über unsere Geschichte veröffentlicht.
Jahrhunderte vor der Zeit unseres Großvaters Homer (9. Jahrhundert v. Chr.) beginnt ein Weg des Kampfes und der schöpferischen Leistung. Dieser Weg kultureller Schöpfung wird durch den Krieg der Perser gegen die Griechen gefährdet. Doch zum Glück für Griechenland und Europa:
490 v. Chr. wird Miltiades bei den Thermopylen das zahlenmäßig überlegene Heer der Perser besiegen.
480 v. Chr. wird Leonidas mit 300 Spartanern und 700 Thespiern bei Marathon im Kampf für die Freiheit des Vaterlandes fallen.
480 v. Chr. wird Themistokles bei Salamis die persische Flotte vernichten.
479 v. Chr. wird Pausanias bei Plataiai die Perser besiegen. Es ist der entscheidende Sieg gegen die Perser, der der persischen Gefahr ein Ende setzt. Dieser Sieg stoppte den Vormarsch der Perser gegen Griechenland und Europa.
Hätten die Perser gesiegt, wäre Griechenland ein Teil des östlichen Reiches geworden. Selbstverständlich wären dann keine der geistigen und kulturellen Entwicklungen des 5. Jahrhunderts v. Chr. gefolgt. Es hätte kein „Goldenes Zeitalter“ mit seinen universellen Schöpfungen gegeben.
Es folgte allerdings der Peloponnesische Krieg (431-404 v. Chr.), der zum Zusammenbruch sowohl Athens als auch Spartas führte. Auch die endlosen Streitigkeiten zwischen den Stadtstaaten führten zur Vorherrschaft Philipps von Makedonien.
Alexander der Große wird die Griechen einen, gegen die Perser ziehen und die Enden der damals bekannten Welt mit griechischer Kultur befruchten. Mit dem Tod Alexanders des Großen beginnt eine neue Periode der Geschichte, die hellenistische Zeit. Der griechische Geist wird die damals bekannte Welt weiter prägen.
Die stoischen Philosophen (300-250 v. Chr.) werden die engen Grenzen der Polis überschreiten, über die ganze bewohnte Welt und die Weltstadt sprechen und den Kosmopolitismus begründen.
Die Epikureer werden die Aussicht auf ein angenehmes Leben (to zen hedeos) vorschlagen, das durch die Abwesenheit jedes Schmerzes und jeder Furcht erreicht wird.
146 v. Chr. erobern die Römer Griechenland. Im Lauf der Zeit jedoch eroberte die kulturelle Überlegenheit Griechenlands Rom. Wie der römische Dichter Horaz charakteristisch sagte: „Das eroberte Griechenland besiegte den wilden Sieger und brachte die Künste in das bäurische Latium.“
Allmählich und kaum sichtbar wird sich das Römische Reich in das Byzantinische Reich verwandeln, ein einzigartiges Phänomen der Menschheitsgeschichte. Und das Byzantinische Reich wird tausend Jahre überdauern und das langlebigste Reich der Geschichte sein.
Die neue Religion, das Christentum, wird sich auf die griechische Sprache und Philosophie stützen. Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde das Alte Testament von zweiundsiebzig jüdischen Gelehrten aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt und so den Juden bekannt gemacht. Auf Griechisch wurden die Evangelien (bis auf eines), die weiteren Bücher des Neuen Testaments sowie die Werke der großen Kirchenväter verfasst.
Dank der griechischen Sprache traf die Universalität des Hellenismus auf die Universalität des Christentums, um Stütze und Hoffnung der ganzen bewohnten Welt zu werden. Später half die Verlegung der Hauptstadt des römischen Staates von Rom nach Konstantinopel zu einer noch engeren Annäherung von Hellenismus und Christentum.
Die schöpferische Verbindung altgriechischen Denkens mit dem Christentum wird Byzanz hervorbringen. Im Lauf der Zeit wird Byzanz christlich und griechisch, und nach der Kirchenspaltung unterscheidet sich die Welt unseres Ostens, der orthodoxe Osten, vom katholischen Westen.
In der Vielfalt der Völker des byzantinischen Staates zeichnen sich die Griechen durch ihre Kultur aus.
Die Ausstrahlung der byzantinischen Welt und Kultur überlebte auch nach Ablauf ihrer zehn Jahrhunderte, wegen ihrer kulturellen Eigenart und der Orthodoxie, durch die sie auch auf andere Völker, etwa die Slawen, wohltätig einwirkte.
Nach dem Fall der Stadt werden das Phanar (Ökumenisches Patriarchat), der Berg Athos, die Klöster und die wenigen Schulen für die Bewahrung der griechisch-orthodoxen Tradition, Religion und Sprache sorgen.
Das Bewusstsein dieses großen kulturellen Erbes erlosch nie im kollektiven Gedächtnis der Griechen, selbst nicht während der Zeit der osmanischen Herrschaft. Die jahrhundertelange Geschichte, die griechische Antike und die griechisch-orthodoxe Tradition werden bewahrt und zu den treibenden Kräften der Revolution von 1821, für das Ende der türkischen Barbarei (Fortsetzung folgt).
Pavlos Marantos
marantosp@gmail.com
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