Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.
Wohin der Forscher auch blickt, kann er historische und wissenschaftliche Informationen, Aufsaetze, Studien, Schriften und Vortraege zum Nationalfeiertag des 25. Maerz 1821 finden. Er kann zahlreiche Buecher und Quellen ueber den grossen Kampf entdecken, der zur Schaffung des modernen griechischen Staates fuehrte. Der Text erinnert daran, dass die Revolution von der Filiki Etaireia vorbereitet, durch die griechische Aufklaerung gestuetzt und vom Philhellenismus, einem Zweig der europaeischen Romantik, verstaerkt wurde.
Die Revolution breitete sich in Gebieten aus, in denen orthodoxe Christen mit griechischem oder romaetischem Bewusstsein lebten oder griechische Gemeinden bestanden: von Moldau-Walachei und Kreta bis Zypern, ueber die Peloponnes, Mittelgriechenland, Epirus, Thessalien, Makedonien und die Aegaeischen Inseln. Die Streitkraefte des Osmanischen Reiches, verstaerkt durch Untertanen des Sultans, kaempften gegen die Aufstaendischen. Letztere setzten sich dank Entschlossenheit und Beharrlichkeit durch, was in Vertraegen und schliesslich in der Gruendung des griechischen Staates unter dem Schutz der Grossmaechte Europas muendete.
Die Lehren aus dieser grossen nationalen Revolution sollen nach Auffassung des Textes helfen, gesellschaftliche Dekadenz und wirtschaftliche Unterwerfung zu ueberwinden. Wie die fruehere Unterwerfung unter fremde Eroberer auf eigene schwere Fehler, fehlende Eintracht, Unfaehigkeit zur Zusammenarbeit, Streitsucht, Selbstliebe und Gleichgueltigkeit gegenueber Mitbuergern und Gemeinwohl zurueckgefuehrt wird, so fuehre auch die neue Unterwerfung des Volkes auf dieselben Fehler zurueck.
Der osmanischen Eroberung seien soziale und wirtschaftliche Verfallserscheinungen vorausgegangen: Flucht aus der Wirklichkeit, Aufgabe des Ackerbaus, Gleichgueltigkeit gegenueber Handel und Seefahrt, Zerfall der Grossfamilie, endlose Streitigkeiten und fehlende Verstaendigung selbst ueber Selbstverstaendliches. Der heutigen fremden wirtschaftlichen Besetzung sei nach Ansicht des Textes ein entsprechender oder noch schlimmerer Verfall vorausgegangen: Verschwendung von Ressourcen fuer Feste der Demokratie, Scheinerenten, Scheinbeschaeftigungen, dauernde Kreditaufnahme, Ueberschuldung des Staates und Verteilung von Geld an Anhaenger der jeweiligen Parteirechtglaeubigkeit.
Statt mit Konsequenz, Wirksamkeit und Leidenschaft fuer Fortschritt zu kaempfen, habe man Landwirtschaft und traditionelle maritime Berufe aufgegeben, sich in Athen, Thessaloniki, Patras und Heraklion konzentriert und die Provinz entleert. Statt Einkommen, Produkte, Kultur und Wissen zu schaffen, habe man sich Parteiarmeen angeschlossen, um Konsumgueter und scheinbar muehelosen Wohlstand zu erwerben, die nun von Steuern und Belastungen aufgezehrt werden.
Der Text zieht eine Parallele zwischen den Byzantinern, die ihre Unterwerfung unter die Osmanen fatalistisch dem goettlichen Willen zuschrieben, und der heutigen Zuschreibung der wirtschaftlichen Unterwerfung an Politiker, vor allem der beiden grossen Parteien. In beiden Faellen wiederhole sich Geschichte als Folge eigener Fehler. Der Nationalfeiertag des 25. Maerz biete daher die Gelegenheit, aus den Kaempfen und Leiden der Revolution von 1821 zu lernen und einen modernen, stabileren Weg zu einer neuen Palingenesie einzuschlagen.
Gebraucht werde eine neue Palingenesie des Wissens, der Vernunft, der Arbeit, der Eintracht und der Zusammenarbeit mit anderen Voelkern, weg von der Dekadenz eines kleinen Staates, der nicht das Zentrum der Erde ist, aber werden kann, was Kostis Palamas in seinem Gedicht ueber Athen sagt: Griechenland, Diamantstein im Ring der Erde. Moege es so sein.
E. Papadakis
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