Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.

Der Text beschreibt eine geplante und vorher angekuendigte Besuchshandlung eines Verteidigers bei einem Inhaftierten in einer geschlossenen Justizvollzugsanstalt. Mehrere Tage vor Weihnachten wird telefonisch nach den Besuchszeiten gefragt. Die Auskunft lautet freundlich und eindeutig: Verteidiger koennten auch an den Feiertagen kommen, sogar am Samstag vor Weihnachten.

Zur Sicherheit wird am Vortag erneut angerufen. Wieder bestaetigen die zustaendigen Bediensteten den Besuch, nun allerdings nur fuer den Vormittag und mit Hinweisen, die eher zu Angehoerigenbesuchen passen. Der Verdacht entsteht, dass nicht verstanden wurde, dass es um einen anwaltlichen Besuch geht. Auch diese Unklarheit wird telefonisch ausgeraeumt, sodass die Fahrt von Athen zur Anstalt beginnt.

Vor Ort folgt die klassische Wendung der Buerokratie: Man wuenscht frohe Feiertage, fuegt aber hinzu, dass an diesem Tag keine Verteidiger empfangen wuerden. Es beginnen Verhandlungen, Telefonate, Nachfragen nach Namen und Verantwortlichkeiten. Die Besucher verlangen den Namen des Bediensteten, der die Auskunft erteilt hatte; die Anstalt verweist auf mehrere moegliche Telefonisten und sogar zufaellige Vorbeigehende.

Schliesslich oeffnen sich die Tore, der Oberaufseher wird eingeschaltet und der Besuch wird "fuer kurze Zeit" erlaubt. Die Autorin schildert, dass sie den Inhaftierten sah und sicher ist, ihm ein ruhigeres Weihnachtsfest ermoeglicht zu haben. Stoerend sei aber gerade, dass man sie am Ende doch einliess: Das bestaetige, dass die Behoerde von Anfang an nicht sauber gearbeitet hatte.

Der Text schliesst mit der Hoffnung, dass irgendwann auch die Justizvollzugsanstalten anders funktionieren werden. Die Randbemerkung, warum solche Einrichtungen im Griechischen "Laeden" genannt werden, bleibt als bittere Frage stehen: Vielleicht, weil dort mit menschlichen Seelen gehandelt werde.