Archivhinweis: Dieser Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informierende Lektuere bewahrt.

Es handelt sich um ein besonders nuetzliches Geschichtsbuch mit wichtigen Informationen ueber die Lage der Frauen im Mittelalter und ueber ihre Behandlung durch das sogenannte "starke Geschlecht", gestuetzt auf die unerschoepflichen historischen Kenntnisse des Autors und verbunden mit seiner ideologischen Perspektive.

Dieses Buch ist auch heute aktuell, weil vieles, was Frauen in der dunklen mittelalterlichen Zeit erdulden mussten, sie weiterhin bedroht, nicht nur in islamischen und sogenannten "Drittweltlaendern", sondern, in deutlich geringerem Mass, auch im aufgeklarten Westen.

Ein charakteristisches Beispiel aus dem ersten der vier Kapitel lautet: "In der fruehchristlichen Zeit liessen die folgenreichen Verwirrungen, die aus der parallelen Lehre eines verdeckten Feminismus Jesu und eines verdeckten Frauenhasses des Paulus entstanden, die Waagschale zugunsten des weiblichen Geschlechts ausschlagen, oder genauer gesagt zugunsten der Duldung des weiblichen Geschlechts" [S. 35].

An anderer Stelle schreibt der Autor mit Sarkasmus ueber die Lage der Frauen in dieser Zeit: "Welches Mittel benutzt eine Frau, um einen Mann zu verfuehren, jedenfalls in einer ungebildeten Gesellschaft? Ihre natuerliche Schoenheit. So wurde die weibliche Schoenheit in das Register des Teufels eingetragen und hart verfolgt, als 'gefaehrlich fuer jene, die sie sehen', wie Tertullian sagte. Aus demselben Grund hassten die Christen den antiken griechischen Geist, denn eines seiner Elemente war die Verehrung der natuerlichen Schoenheit" [S. 45].

Der Autor stellt die historischen Ereignisse dar und begleitet sie in der Regel mit treffenden und ueberzeugenden Hinweisen und Beobachtungen. Dadurch wird das Werk besonders anziehend und gut lesbar und bietet dem Leser viele Informationen vor allem ueber das Wirken bekannter Frauen, die mit ihrem Leben und ihren Initiativen die historischen Entwicklungen entscheidend beeinflussten.

Ein eigenes Kapitel widmet sich der bekannten "Hexenjagd" des Mittelalters, mit dem charakteristischen Titel "6. Die Jagd auf die 'Hexen' - ein furchtbares Holocaust". Dazu wird vermerkt: "In allen Staedten und Doerfern brannten Scheiterhaufen, auf denen vor allem Frauen, aber auch Maenner, zu Tausenden verbrannt wurden" [S. 171].

Anschliessend beschreibt das Buch ueber Byzanz und mit besonderem Bezug auf Liebe, Ehe und Scheidung knapp die Lage der Frau im Islam, im vierten Kapitel. Als Schlussfolgerung dieser grossen historischen Rueckschau werden Unterschiede und Aehnlichkeiten zwischen mittelalterlichem Islam und mittelalterlichem Christentum dargestellt. Sie sind besonders eindrucksvoll und ebenso nuetzlich fuer jeden Forschenden und jeden Freund des Lernens.