Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.
Der Text beschreibt die Khmer als freundlich, hoeflich, zurueckhaltend und oft indirekt. Dieser Eindruck sei relativ: Gegenueber Griechen und Europaeern wirkten sie sehr indirekt, im Vergleich zu Thailaendern und Vietnamesen aber eher geradeheraus und weniger geschickt in der Unterordnung.
Das Laecheln erscheint als grosser atmosphaerischer Vorteil Suedostasiens. Es begleite den Alltag auf Strassen, in Geschaeften und Restaurants und gleiche vieles aus: schlechte Architektur, Muehsal, Schmutz oder Betteln. Kein Laecheln garantiere echte Guete oder Respekt, aber es erzeuge im oberflaechlichen Kontakt ein Gefuehl, das man nicht vergesse. Im Kontrast dazu erscheine Griechenland als Land finsterer, dauerhaft zorniger Gesichter.
Nach Ansicht des Autors wissen die Khmer besser als viele Griechen, dass man keine Liebe oder Anteilnahme erwarten kann, wenn man sich nicht selbst liebenswert verhaelt. Das kambodschanische Laecheln sei waermer als das eher formelhafte vietnamesische und naeher am thailaendischen, aber noch gluecklicher und unschuldiger. Zugleich sei es auch ein Klassenphaenomen: Das Volk laechle, die hoeheren Schichten seien oft sproeder.
Der Text geht dann auf Klassenunterschiede in Kambodscha ein. Die Khmer akzeptierten enorme soziale Differenzen als natuerlich, fast uebernatuerlich, weil soziale Geringschaetzung und sogar Behinderungen mit schlechtem Karma aus einem frueheren Leben erklaert wuerden. Diese Klassenordnung sei tief in Denken und Sprache verwurzelt.
Besonders schwierig sei daher die Grammatik der kambodschanischen Sprache. Verschiedene Pronomen und viele Verben richteten sich nach Alter, Geschlecht und sozialem Rang der Gespraechspartner. Selbst einfache Antworten wie Ja und Nein unterschieden sich je nach Geschlecht. Der Autor deutet an, dass vielleicht zuerst eine sprachliche und dann eine rechtliche oder wirtschaftliche Reform noetig waere.
Am Ende beschreibt der Text die Kambodschaner als schoenes, gutmuetiges und liebenswertes Volk mit einfacher, fast kindlicher Psychologie, aber auch als laendlich, stark klassenorientiert, aberglaeubisch und fuer praktische Zaubermittel empfaenglich. Eine humorvolle Anekdote ueber eine heilige Pali-Formel gegen Raeuber schliesst den Beitrag: Vielleicht flieht der Raeuber dann tatsaechlich, wenn auch nur, weil er den Sprecher fuer entflohen aus einer Anstalt haelt.
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