Archivvermerk: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird mit Sorgfalt für eine historische und informative Lektüre bewahrt.
Der Ruhestand ist eine Zeit äußerst intensiver Veränderungen und Umstellungen im Leben eines Menschen. Sein Alltag hört auf, die Form zu haben, die er so viele Jahre hatte, mit dem morgendlichen Aufstehen, der viele Stunden dauernden Abwesenheit von zu Hause und den täglichen sozialen Kontakten, die abrupt unterbrochen werden.
Mit dem Ruhestand kann der Mensch sich ausruhen, viel Zeit für sich selbst haben, die er angenehmen Tätigkeiten widmen kann, und sich von Vorgesetzten, Sorgen und Belastungen befreien. Gleichzeitig gerät aber das Geflecht seiner sozialen Beziehungen in eine Krise, da die Menschen, mit denen er bis dahin zusammengearbeitet hat, nicht mehr zu seiner täglichen Routine gehören.
So erleben viele Rentner die Übergangszeit nach dem Ruhestand mit starker Depression und empfinden ihr Leben als nicht mehr interessant. Die Gefühle, die sie erleben, können besonders schwankend sein, da sie sich einerseits ausruhen wollen, andererseits aber die "Leere" ihres Tages nutzlos und verzweifelt leer erscheint, bis zu dem Punkt, an dem sie sie nicht mehr handhaben können.
Auf psychologischer Ebene erleben viele Rentner den Verlust ihrer Arbeit wie Trauer, mit Gefühlen, die denen beim Verlust eines geliebten Menschen ähneln. Sie verweigern die Annahme der neuen Wirklichkeit, sind wütend und traurig. Der Prozess der Akzeptanz des Ruhestands kann sich als besonders schwierig erweisen.
Manche meinen, ihr Leben befinde sich nun auf einem absteigenden Weg, sie seien alt geworden, fühlten sich "nutzlos" und "unfähig". Das kann für ihre Gesundheit besonders gefährlich sein, weil es sich zu unerträglicher Traurigkeit entwickeln kann, die sich auch in körperlichen Symptomen äußert, etwa Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Unwohlsein und psychosomatischen dermatologischen Problemen.
Für die Vermeidung der oben genannten unangenehmen Zustände ist besonders wichtig, dass der Rentner so schnell wie möglich neue Interessen und Beschäftigungen findet, die seinem Leben nach der Pensionierung Sinn geben. Die Teilnahme an Gruppen, in denen Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmenden besteht, kann besonders hilfreich sein, weil sie in gewisser Weise an das Arbeitsumfeld erinnert. Solche Gruppen können Rentner in freiwilligen Organisationen finden, in denen sie eine aktive Rolle haben können, die ihnen hilft, tätig zu bleiben.
Ebenso hilfreich können organisierte kleine Ausflüge sein, die Gemeinden und Reisebüros veranstalten und bei denen Rentner neue soziale Kontakte und Freundschaften mit Menschen knüpfen können, die gemeinsame Interessen haben.
Wichtig ist, dass der Rentner nicht gedrängt wird, etwas zu tun, das er nicht möchte, sondern selbst Tätigkeiten findet, die ihm Freude bereiten. Manche können daher Gartenarbeit, Schmuckherstellung, Gymnastik, Reisen, Kartenspiel oder Malerei wählen.
Gerade in Griechenland ist es ohnehin besonders üblich, dass Rentner die Betreuung ihrer Enkel übernehmen. Das erfüllt die meisten mit Freude, da Großväter und Großmütter gewöhnlich die bedingungslose Liebe ihrer Enkel genießen und eine besonders geliebte und zentrale Figur der griechischen Familie darstellen. Gleichzeitig können sie sich besonders nützlich fühlen, weil sie ihren Kindern erheblich helfen und ihnen ermöglichen, sich ihrer Arbeit zu widmen, ohne sich darum sorgen zu müssen, welcher fremde Mensch auf ihre Kinder aufpasst, und sie zugleich von den Kosten einer Kinderfrau befreien. Großeltern bilden gewöhnlich die sicherste Lösung für die Betreuung der Kinder.
Die Teilnahme am Aufwachsen ihrer Enkel erfüllt sie mit Freude und vermindert die unangenehmen Gefühle, die der Ruhestand hervorruft, da die Betreuung der Enkel gewissermaßen eine neue und vielleicht angenehmere Arbeit ist. Die meisten Rentner empfinden die Zeit mit ihren Enkeln als besonders unterhaltsam und werden von den depressiven Gefühlen des Verlustes ihrer Arbeit entlastet.
Ratschläge an die Kinder von Rentnern
- Vernachlässigen Sie sie nicht. Besonders am Anfang brauchen sie Ihr Interesse.
- Helfen Sie ihnen, neue Interessen zu finden.
- Versuchen Sie, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, indem Sie ihre Hilfe erbitten und ihnen dadurch das Gefühl geben, nützlich zu sein.
Theofili Dimitra, Sozialarbeiterin - Psychotherapeutin,
www.dimitratheofili.gr
dimitratheofili@yahoo.com
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