Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.

Der Ruhestand ist eine Zeit sehr intensiver Veraenderungen und Neuordnungen im Leben eines Menschen. Der Alltag verliert die Form, die er jahrelang hatte: fruehes Aufstehen, lange Abwesenheit von zu Hause und taegliche soziale Kontakte enden ploetzlich. Mit dem Ruhestand kann der Mensch sich erholen, Zeit fuer angenehme Taetigkeiten gewinnen und sich von Vorgesetzten, Sorgen und Belastungen befreien. Gleichzeitig geraet aber das Netz seiner sozialen Beziehungen in eine Krise, weil die bisherigen Kollegen nicht mehr Teil der taeglichen Routine sind.

Viele Rentner erleben die Uebergangszeit nach der Pensionierung mit starker Niedergeschlagenheit und empfinden ihr Leben als weniger interessant. Psychologisch kann der Verlust der Arbeit wie Trauer erlebt werden, mit Gefuehlen, die dem Verlust eines geliebten Menschen aehneln. Ablehnung der neuen Wirklichkeit, Wut, Traurigkeit und das Gefuehl, nutzlos oder unfaehig geworden zu sein, koennen sich bis zu koerperlichen Symptomen entwickeln.

Wichtig ist deshalb, dass der Rentner moeglichst bald neue Interessen und Beschaeftigungen findet, die dem Leben nach der Arbeit Sinn geben. Hilfreich koennen Gruppen sein, in denen Zusammenarbeit besteht und die dadurch an das fruehere Arbeitsumfeld erinnern. Ehrenamtliche Organisationen, kleine organisierte Ausfluege, Gartenarbeit, Schmuckgestaltung, Gymnastik, Reisen, Kartenspiel oder Malerei koennen neue soziale Kontakte und Freude ermoeglichen. Entscheidend ist, dass der Rentner nicht zu etwas gedraengt wird, das er nicht moechte.

In Griechenland ist es besonders ueblich, dass Rentner die Betreuung ihrer Enkel uebernehmen. Fuer viele Grosseltern ist dies eine Quelle grosser Freude und zugleich ein Gefuehl der Nuetzlichkeit, weil sie ihren Kindern helfen, Arbeit und Familie zu vereinbaren und Betreuungskosten zu vermeiden. Die Beteiligung am Aufwachsen der Enkel mindert haeufig die belastenden Gefuehle, die der Ruhestand ausloest, und wird zu einer neuen, oft angenehmeren Aufgabe.

Hinweise an die Kinder von Rentnern: Vernachlaessigen Sie sie nicht, besonders am Anfang brauchen sie Aufmerksamkeit. Helfen Sie ihnen, neue Interessen zu finden. Staerken Sie ihr Selbstwertgefuehl, indem Sie um ihre Hilfe bitten und ihnen so zeigen, dass sie gebraucht werden.

Dimitra Theofili, Sozialarbeiterin - Psychotherapeutin
www.dimitratheofili.gr
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