Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere bewahrt.
Die Welt um uns veraendert und entwickelt sich. Technologie beherrscht alle Bereiche, macht beeindruckende Spruenge, und Kunst sowie Architektur passen diese Entwicklungen an unser Leben an. Oft stellt sich die Frage, ob wir es mit Kunst oder nur mit technischen Anwendungen zu tun haben. Wenn Kunst jedoch auf Technologie trifft, ist das Ergebnis eindrucksvoll. Wir leben in einer Zeit, in der das Internet eine dominierende Stellung in unserem Leben eingenommen hat und Kommunikation, Unterhaltung, Information, aber auch unsere taeglichen Geschaefte zu einem grossen Teil ueber dieses Medium abgewickelt werden. Die Grenze zwischen Realem und Virtuellem ist weicher geworden. Heute koennen wir das Virtuelle und das Reale auf eine Weise verbinden, die frueher unglaubwuerdig wirkte. Interaktive Umgebungen, die die Form oeffentlicher Kunst annehmen, bilden eine neue Wirklichkeitsform, die mit der Digitalisierung von Daten und der Macht der Information in der modernen Welt verbunden ist.
Interaktion ist ein Verhaeltnis von Aktion und Reaktion zwischen Betrachter und Ereignis, waehrend Interaktivitaet die Faehigkeit eines Mediums bezeichnet, wechselseitige Kommunikation aufzunehmen, also Reize zu empfangen und darauf zu reagieren. Interaktive Medien verfuegen ueber Computer und Sensoren, um auf Bewegung, Waerme, Beruehrung, Wetterbedingungen oder andere Reize zu reagieren. Der Mensch sendet einen Reiz, und das Objekt mit interaktiven Eigenschaften nimmt diesen Reiz durch geeignete Sensoren wahr. Danach erfolgt die Verarbeitung, und je nach Reiz reagiert das Objekt nach programmierten Vorgaben. So kompliziert es auch erscheinen mag, die Anwendung ist einfach und schnell. Die Projektionsmoeglichkeiten sind zahllos. Firmenlogos, Informationen, Produkte, Bilder und interaktive Kunstwerke koennen interaktive Medien schmuecken und wechselnd angezeigt werden. Sie eignen sich sogar zum Spielen.
Schaufenster von Geschaeften koennen leicht in interaktive Bildschirme verwandelt werden, indem innen eine duenne Folie angebracht wird. Durch den Einsatz eines Videoprojektors oder LCD-Monitors entsteht ein hochaufloesendes Bild. Das erste interaktive Schaufenster in Griechenland befindet sich in einer Buchhandlung in Patras. Der Kunde kann vor dem Schaufenster stehen und in dem gewuenschten Buch blaettern. Danach kann er hineingehen und es kaufen. Das Bild wird per Videoprojektor auf die Schaufensterscheibe projiziert; ueber speziell angepasste Software werden die Bewegungen der Haende erkannt und das Bild verarbeitet. So komplex es klingt, die Umsetzung ist sehr einfach und zugleich eine wirtschaftliche und vorteilhafte Installation. Auf die gleiche Weise kann auch eine Wand in einen interaktiven Bildschirm verwandelt werden.
Auch der Boden kann interaktiv werden, und zwar mit sehr eindrucksvollen Ergebnissen. Er kann etwa ein Schwimmbecken darstellen, auf dem beim Betreten Wassereffekte mit Wellen entstehen, oder ein Blumenfeld, bei dem nach dem Schritt das Gruen zurueckbleibt. Ebenso koennen Informationen erscheinen, wie es im Goulandris-Museum fuer Naturgeschichte geschieht, wenn der Besucher durch die Ausstellung geht. Der interaktive Boden reagiert auf jeden Schritt. Er kann in Ausstellungsraeumen, Museen, Organisationen, Geschaeften, Einkaufszentren und auch, warum nicht, in modernen Wohnungen genutzt werden, etwa am Hauseingang; fuer den Besucher waere das sicher sehr eindrucksvoll.
Eindrucksvoll sind auch interaktive Tische. Der interaktive Tisch bietet dem Gast in Bars und Restaurants ein besonderes Unterhaltungserlebnis und kann zugleich als Werbemedium dienen. Das Multitouch-System reagiert auf jedes Objekt, das seine Oberflaeche beruehrt. Man stelle sich vor, ein Gast stellt sein Glas auf den Tisch, und sofort entstehen um das Glas herum konzentrische Kreise oder andere Muster und Bilder, die sich ueber den Tisch bewegen, die Gaeste mitreissen, eine angenehme Stimmung schaffen und Kommunikation anregen. Der Gast kann darauf sogar schreiben oder zeichnen.
In Cafes und Restaurants koennen Gaeste ausserdem die Speisekarte ansehen, bestellen, sich mit Spielen unterhalten, im Internet Informationen suchen, die Rechnung unmittelbar bezahlen und ein Taxi rufen.
In dem folgenden Bild hat Filz einem Videoprojektor Platz gemacht, und mit dem Lauf der Kugel bewegt sich alles.
Der Einsatz neuer Technologien ist in Architektur und Design inzwischen fest verankert. Interaktivitaet ist ein sich entwickelndes Feld der Architektur und Forschung. Sie beschraenkt sich nicht auf die genannten Medien, sondern untersucht ueber Sensoren Umweltbedingungen, damit Gebaeude ueber Aktuatoren ihre Form, Gestalt und Farbe entsprechend anpassen koennen.
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