Archivhinweis: Der Text stammt aus dem alten Archiv von Nomika Epilekta und wird sorgfaeltig fuer eine historische und informative Lektuere erhalten.

"Krise" ist nach dem Text zu einem Wort des Alltags geworden und in den letzten Jahren vor allem mit der Wirtschaftskrise verbunden. Bereits im Sommer 2007 sei absehbar gewesen, dass die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession eintreten werde. Kurz darauf wurde die Subprime-Krise sichtbar, deren genaues Ausmass niemand kannte.

Der Autor will nicht jedes Detail der Ursachen behandeln, sondern die Folgen fuer die Weltwirtschaft beschreiben. In Wahrheit sei das System selbst zusammengebrochen. Nie sei so viel Reichtum verloren gegangen, weil nie zuvor so viel Reichtum vorhanden gewesen sei. Alan Greenspan habe den globalen Verlust auf etwa 20 Billionen Dollar geschaetzt, mit starken Auswirkungen in den USA und in Europa.

Die USA stuetzten ihr Bankensystem durch massive Geldschoepfung und Liquiditaet. Auf der anderen Seite des Atlantiks trug Europa, besonders die Eurozone, begrenzter zur Stabilisierung bei, weil ihr Bankensystem weniger exponiert war. Doch die lange Rezession liess Defizite und oeffentliche Schulden in Griechenland und anderen suedlichen Staaten stark anwachsen.

Anders als die Federal Reserve kann die Europaeische Zentralbank Staatsschulden nicht in gleicher Weise finanzieren. Deshalb gewann die Idee eines Eurobonds viele Anhaenger: Er koennte Schulden in der Eurozone ordnen, hoch verschuldeten Staaten Luft verschaffen und der Weltwirtschaft Liquiditaet geben.

Deutschland, dem "harten Euro" verpflichtet, sieht darin nach Darstellung des Textes keine endgueltige Loesung. Primaerdefizite wuerden auch nach einem Schuldenerlass neue Probleme schaffen. Die suedlichen Staaten muessten durch eine lange Phase harter Anpassung gehen. Der Autor bezweifelt jedoch, dass die Eurozone so lange durchhaelt, und sieht den Eurobond als moegliche Loesung der Einheit.